Reizvolle kulturelle Entdeckungen auf Wanderwegen rund um Ilmenau

„Ich war immer gerne hier“, schrieb Goethe vor über 200 Jahren aus Ilmenau an Schiller. „Ich glaube, es kommt von der Harmonie, in der hier alles steht.“ In dem Städtchen am Thüringer Wald war der Dichter oft und gern zu Besuch, hier schrieb er an seinem Drama „Iphigenie“ und erforschte die Natur. Die Universitätsstadt im Tal der Ilm hat ihren Charme bis heute bewahrt. Und in die bewaldeten Höhen rund herum führen vielseitige Wanderwege auf Goethes Spuren. Der sogenannte Kleine Goetheweg macht schon auf vier Kilometern mit seinen wichtigsten Wirkungsstätten bekannt. Der 20 Kilometer lange Goethewanderweg wiederum führt als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zu drei Museen über sein Werk und seine Zeit.
Bis zu 21 Prozent betrug das Gefälle der in den Wald gebauten Bobbahn auf dem Lindenberg. Nur die Wagemutigsten der Welt nahmen diese Herausforderung an. Seit Jahren finden auf dieser Naturbahn keine Wettkämpfe mehr statt, aber die noch wunderbar erhaltenen Steinkurven faszinieren jeden Wanderer.
Gesäumt wird der 10 Kilometer lange Wanderweg von imposanten Gründerzeitvillen im Südviertel der ehemaligen Badestadt, den Tennisplätzen und dem Eisstockschießplatz sowie der ganzjährig geöffneten Rennschlittenbahn „Wolfram Fiedler“. Ein Abstecher in die Schlittenscheune, Deutschlands größtem Bob- und Schlittenmuseum, ist ein Muss. Informationen gibt es unter www.ilmenau.de.
Spannend ist auch die Themenroute „Oberer Berggrabenweg“: Sie führt durch das Berggrabengelände des Ilmenauer Reviers, vorbei an alten Halden, zur Bergmannskapelle und zum Zechenhaus auf über 500 Höhenmeter. Noch etwas höher verläuft der Obere Berggraben, der auf zwölf Kilometern Länge kaum eine Steigung aufweist. Er gehört zu einem ausgeklügelten Netz von ehemaligen Gräben und Teichen, die für den Betrieb der Bergwerke und Schmelzhütten angelegt wurden. Schon seit dem 15. Jahrhundert wurden hier Kupfer und Silber abgebaut. Nicht zuletzt Goethe selbst ließ für die Wiederbelebung des Ilmenauer Bergbaus geeignete Gräben anlegen. Die Route kreuzt den Goethewanderweg, die Wanderer können so über den Kickelhahn bis zum Goethehaus in Stützerbach weitergehen, zu Fuß wieder nach Ilmenau zurückkehren oder für die Rückkehr den Bus nehmen.

Fotos: djd/Stadtverwaltung Ilmenau/Geyer/nichtnur GmbH, Ilmenau

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