Das Gute liegt so nah · Schloss & Park Pillnitz

Kurfürst August der Starke erwarb die Anlage einst für seine Favoritin Anna Constantia von Cosel. Als Sachsens berühmteste Mätresse später in Ungnade und das Schloss an ihn zurückfiel, ließ August nach Plänen des Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann das Berg- und das Wasserpalais errichten.
Die grandiose, direkt an der Elbe gelegene Schloss und Parkanlage gilt als Paradebeispiel des chinoisen Stils, der die Architektur des fernen Ostens mit der des Barocks verschmelzen lässt. Fernab vom Trubel der Residenzstadt Dresden gelegen, diente sie der fürstlichen Familie im Sommerhalbjahr als »Spielschloss«und Rückzugsort in die Natur. Eindrucksvoll ist es, wenn man sich dem Lustschloss mit den geschwungenen Dächern von der Elbe aus nähert. Diesen Anblick genoss schon Augusts Hofgesellschaft; gern ließ man sich in fantasievoll gestalteten Gondeln auf der Elbespazieren fahren. Eine von ihnen blieb erhalten und kann im Park bewundert werden.
Noch heute laden der Englische, der Holländische und der Chinesische Garten zum Flanieren ein und bezaubern mit ihrer Fülle fremdländischer Gehölze und prächtigem Blumenschmuck. Die Orangerie und das in neuer Pracht erstandene Palmenhaus locken mit ihren exotischen Kostbarkeiten botanisch Interessierte ebenso wie die berühmte 250-jährige japanische Kamelie. Sie hat mittlerweile die Ausmaße eines Baumes und wird im Winter durch ein eigenes Glashaus geschützt. Ihre Blütenpracht im Frühjahr zieht den Betrachter stets aufs Neue in den Bann. Im Sommerhalbjahr öffnen in den Schlosspalais das Kunstgewerbemuseum und das Schlossmuseum ihre Pforten. Letzteres ermöglicht die Besichtigung der Königlichen Hofküche, des klassizistischen Kuppelsaals und der Katholische Kapelle und vermittelt Details aus der bewegten Geschichte der einstigen Sommerresidenz.

Sonderaustellung · Von einem Sachsen, der auszog, dem Maharadscha zu dienen.

Zu Ehren des Gärtners Gustav Hermann Krumbiegel, welcher in Lohmen bei Dresden geboren wurde, in Pillnitz das Gärtnerhandwerk erlernte und in Indien als Gartengestalter berühmt wurde, veranstaltet die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH 2016 in Schloss & Park Pillnitz ein Themenjahr mit dem Titel »Der Gärtner des Maharadschas – Ein Sachse bezaubert Indien.«
Vom 30. April bis 1. November 2016 lädt die Sonderausstellung im Schlossmuseum (Neues Palais) zu einem Blick in die Lebens- und Wirkungsgeschichte Gustav Hermann Krumbiegels und zu einem Ausflug in das ferne Indien.
Auch im Schlosspark wird in den Sommermonaten der »indische Teppich« ausgerollt: Vom 1. Juni bis zum 3. Oktober 2016 setzen florale Inszenierungen – wie Teppichbeete, Blumentreppen und Blumenskulpturen –, eine Fotoausstellung und die temporäre Erweiterung des Kräutergartens mit indischen Gewürz- und Nutzpflanzen farb- und kontraststarke Blickpunkte.
Umrahmt wird das Themenjahr von Veranstaltungen, wie Yoga im Park und Rangoli-Legen, aber auch eine Floristikausstellung in der Orangerie und indische Brettspiele anlässlich des Pillnitzer Spielewochenendes finden statt. Alle Veranstaltungen auf www.schlosspillnitz.de.
In der Region Bangalore, im Botanischen Garten Lal Bagh, wo Krumbiegel einst viele Jahre wirkte, wird der ehemalige Gärtner des Maharadschas heute hoch verehrt. Die diesjährige Blumenschau stand ganz im Zeichen seines 150. Geburtstagsjubiläums. Sogar sein Geburtshaus, das in Lohmen bei Dresden steht, wurde aus unzähligen Blumen nachgebaut. Bei der Eröffnung der Schau war auch der deutsche Generalkonsul Jörn Rohde zu Gast. Ende Januar ging die Schau zu Ende – in Pillnitz beginnt der indische Blumenzauber am 1. Juni 2016.
Im Januar traf in Schloss & Park Pillnitz eines der ersten Exponate ein, gestiftet von der Mysore Horticultural Society, Bangalore: eine Büste von Gustav Herrmann Krumbiegel, die nun auch Teil der Sonderausstellung im Schlossmuseum ab 30. April sein wird.

Fotos: Schlösserland Sachsen & Elbgeflüster

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