Genau hinsehen, was man sich mit älteren Immobilienschätzchen einhandelt.

Ältere Häuser haben oft einen ganz eigenen Charme und sind in der Regel Bestandteil historisch gewachsener sozialer und technischer Infrastruktur. Für viele Verbraucher, die sich für Immobilien interessieren, sind sie aus diesen und weiteren Gründen eine interessante Alternative zu einem Neubau. Und mit etwas Glück finden sich auch Objekte, die gut gepflegt sind. Ein paar Instandsetzungsarbeiten oder Schönheitsreparaturen, und schon kann man das neue Heim beziehen. Doch auch Altbauten haben ihre Tücken, warnt Dipl.- Ing. Ludger Weidenmüller, Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB).

Lage und Umfeld müssen stimmen Nicht nur das Haus selbst, sondern auch Lage und Umfeld müssen stimmen, rät Weidenmüller. Denn so charmant ein altes Gebäude auch sei, mit seinem Kauf lege man seinen voraussichtlichen Lebensmittelpunkt für Jahrzehnte fest. Zu beachten sind deshalb je nach Lebenssituation und den eigenen Vorstellungen auch das soziale Umfeld, Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen oder Kulturstätten. Beim Grundstück können große Bäume oder hohe Gebäude im Umfeld für ungewollte Verschattung sorgen – und auch Altlasten im Boden wie zum Beispiel stillgelegte Abwassergruben sind immer wieder die Ursache für Probleme. Potenzial für künftigen Ärger bergen auch eingeschränkte Zufahrts- und Anschlussmöglichkeiten, etwa bei geteilten Grundstücken mit Geh-, Fahr- und Leitungsrechten Dritter. Unvollständige Bestandsunterlagen sind bei älteren Häusern keine Seltenheit. Wenn Grundriss und Schnittzeichnungen sowie Informationen zu Instandsetzungs- und Umbaumaßnahmen fehlen, dann lassen sich die Substanz des Hauses und der Aufwand im Renovierungsfall vom Laien nur schwer einschätzen.

Sicher im Altbau mit Sachverständigenrat Weidenmüller rät daher, beim Altbaukauf Sachverständigenrat in Anspruch zu nehmen, beispielsweise über einen unabhängigen Bauherrenberater des BSB, statt nur einem Makler-Exposé zu vertrauen. Adressen gibt es unter www.bsb-ev.de.

Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

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