…für Kinder und Jugendliche in Kooperation mit dem Soziokulturellen Zentrum Freital

 Josef Bayers „Puppenfee“ ist eines der beliebtesten und meistgespielten Ballette im deutschen Sprachraum, welches ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts für die aristokratische Jugend in Wien zur Unterhaltung geschaffen worden war. Das Stück entsprach dem damaligen Zeitgeist:  es gab eine starke Orientierung am Walzer, klischee- und märchenhafte Figuren, entsprechend opulente Kostüme und reiche Kulissen zu einer phantasievollen Erzählung. Um in der heutigen Zeit lebende Kinder und Jugendliche für dieses Stück zu interessieren, erfährt nun „Die Puppenfee“ eine musikalischen Modernisierung und eine Gegenwarts-Adaption des Librettos: Die Handlung wird zeitgemäß „aufgefrischt“. So wird aus der englischen Wohlstandsfamilie aus dem 19. Jahrhundert mit verwöhnter Tochter ein überbehütendes Elternpaar der Gegenwart mit Teenager-Tochter, die nur ihr Smartphone im Blick hat. Die tanzenden Puppen werden durch zeitgenössische Puppen dargestellt, wie beispielsweise Barbie, Monster-High-Puppe und Lego-Figuren. Walzer, Ländler und Polka treten zurück hinter Jazz Modern Dance, klassischem Tanz, Breakdance und Hip Hop.

Seit März diesen Jahres arbeitet der Hamburger Komponist Karsten Gundermann an der Re-Komposition der „Puppenfee“. Als langjährig für das Orchester tätiger Komponist  war er auch schon für die Musikarrangements des bisherigen Kindertanzprojektes des Orchesters „Breakdance meets Classic“ und für das Tanzspektakel „Symphonix“ mit The Saxonz zuständig. Etwa 50 junge Freitaler im Altersspektrum zwischen 6 und 16 Jahren sollen nun gefunden werden, die bereits tanzerfahren sind, aber noch nicht kontinuierlich an einem gemeinsamen Projekt beteiligt waren. Da sich nun „Die Puppenfee“ durch Bühnentanz- und Orchesterspezifik vom normalen Mainstream-Tanz der Gegenwart stark unterscheiden wird, können sich alle Beteiligten auf ein unvergessliches Erlebnis freuen.

Auch für das Soziokulturelle Zentrum Freital ist „Die Puppenfee“ ein besonderes Projekt. Erstmalig, seit der Gründung des Trägervereins im Juni 2016, agieren die sieben Mitgliedsvereine, die gemeinsam mit der Stadt Freital das Soziokulturelle Zentrum derzeit aufbauen, in einem großen Kooperationsprojekt zusammen. Jeder Verein trägt in seinem Bereich, in seinem „Gewerk“ ein Stück zum Gelingen bei. So wird zum Beispiel der Förderkreis BIOTEC e.V. einen Teil der Kostüme im SKZ-Nähprojekt „In der Nähe“ mit Kindern herstellen.

Kulturell-künstlerische Leiterin des Projekts ist Kerstin Mager-Baran vom Soziokulturellen Zentrum Freital, als Choreografin des Stücks konnte Cecilia Lerg (Projekt X, Kutawerk Freital) gewonnen werden. Für den Bereich Breakdance zeichnet Patrick Schöne (Beat Fanatics, Drehmomente e.V., Kutawerk) verantwortlich.  Fachliche Betreuung für den Part der Walzer-Paare übernimmt die Freitaler Tanzschule Richter.

Am Dienstag, 29.05.2018, können sich noch Interessenten für die Teilnahme als Tänzer oder Tänzerin vorstellen. Freude am Tanzen, Talent oder Vorkenntnisse sind wünschenswert. Kinder in der Altersklasse von 6 bis 10 Jahren kommen bitte 17.00 bis 17.45 Uhr, Kinder und Jugendliche von 11 bis 16 Jahren daran anschließend bis 18.30 Uhr in den Spiegelsaal der Turnhalle vom Weißeritzgymnasium in der Krönertstraße in Freital.

Die Proben mit großem Orchester finden vom 23.-25.10.2018 im Stadtkulturhaus Freital statt, am Samstag, 27.10.2018, ist „Die Puppenfee“ dann in zwei Vorstellungen auf der Bühne zu erleben.

Karten sind ab Mai vor Ort erhältlich. Das Projekt für Kinder und Jugendliche „Die Puppenfee“ ist eine Maßnahme zur Stärkung der kulturellen Bildung und wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Zum Foto: Die Freitalerin Josi Striemann wurde 2017 für die Rolle der „Puppenfee“ entdeckt, als sie bei BDMC III in einer kleinen Solo-Rolle über die Bühne geschwebt ist. Kerstin Mager-Baran: „Ich hatte im Mai 2017 bereits die „Puppenfee“ im Kopf und habe in ihr direkt die beste Besetzung für die Hauptfigur gesehen. Josi tanzt nämlich nicht nur in verschieden Tanzstilen gut, sondern sie hat das gewisse „Strahlen von Innen“ beim Tanzen, das man nicht lernen kann“ (Foto: Klaus-Dieter Brühl)

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