Am Sonntag, dem 19. März 2017, findet um 17.00 Uhr in der Klosterkirche Riesa eine Gregorianische Vesper statt.

Dort erklingt Gregorianischer Choral zu den Texten des Sonntags Okuli und das Abendgebet der Kirche, die Vesper. Es singen die Choralschola der Hochschule für Kirchenmusik Dresden und der Liturgische Singkreis Jena unter der Leitung von Kantor Stephan Seltmann (Riesa).

Gregorianischer Choral ist die älteste schriftlich überlieferte Musik des Abendlandes. Es handelt sich dabei um einstimmigen Gesang ohne Instrumentalbegleitung. Die Texte – in der Sprache der alten Kirche, Latein – sind mit wenigen Ausnahmen der Bibel entnommen. Die Mehrzahl der Stücke erhielt ihre überlieferte Gestalt zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert.

Seiner Bestimmung nach ist der Gregorianische Choral die ursprüngliche und eigentliche Musik des christlichen Gottesdienstes. Das Repertoire gliedert sich in Gesänge für die täglichen Stundengebete, Horen, und Gesänge für den Hauptgottesdienst, die Messe. Als Vertonungen der Heiligen Schrift, als gesungenes Gebet haben die gregorianischen Melodien eine sehr enge Entsprechung zum Wortlaut und zum Sinn der Texte. Je nach dem liturgischen Ort eines Gesanges und seiner Funktion kann er als schlichtes Rezitativ oder in weit ausschwingenden Melismen komponiert sein.
Der Liturgische Singkreis Jena ist 1982 von Liebhabern des Gregorianischen Chorals in Jena gegründet worden, nicht als eingetragener Verein, sondern als Arbeitskreis der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Jena. Er hat sich die Pflege und Bekanntmachung dieser kunstvollen, stillen und eindringlichen Musik zur Aufgabe gesetzt. Die Gruppe widmet sich ständig und ausschließlich der Choralpflege. Dabei legt sie besonderen Wert auf eine an neuen musikwissenschaftlichen Forschungsergebnissen orientierte, historisch fundierte Interpretation und bemüht sich mit Erfolg um eine durchaus eigenständige Gregorianikinterpretation.
Seit nunmehr 18 Jahren ist der Liturgische Singkreis Jena regelmäßig in Riesa zu Gast.
Die Choralschola der Hochschule für Kirchenmusik bestand seit 1992 als Kreis von Studenten, gegründet und geleitet vom damaligen Studenten Stephan Seltmann. 1998 wurde sie als fakultative Lehrveranstaltung in den Fächerkatalog der Hochschule aufgenommen. Studenten, die sie besuchen möchten, müssen aber mindestens ein Semester dabeibleiben. Am Ende des Semesters steht immer ein Auftritt, oft mit dem Liturgischen Singkreis Jena.

Da der zweite Teil der Veranstaltung gottesdienstlichen Charakter trägt, ist der Eintritt frei.
Am Ausgang wird um eine Spende zur Deckung der Fahrtkosten gebeten.

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