„Mein aktuelles Album ist eine Art Selbsttherapie!“

Mit brandneuen Album im Gepäck, das auch schwierige Momente musikalisch verarbeitet, spielt Adel Tawil am 29. Juli um 19.00 Uhr auf der Freilichtbühne Großer Garten JUNGE GARDE.


Elbgeflüster: Die in Deinem Falle wichtigste Frage als erstes: Wie geht es Dir nach Deinem letztjährigen Unfall bei einem Kopfsprung ins Becken? Adel Tawil: Wunderbar! Ich bin überglücklich, dass ich meinen letztjährigen Unfall recht schadlos überstanden habe. Es dauert zwar noch ein wenig bis ich wieder Sport treiben kann, aber ich kann mich wirklich nicht beklagen.

Elbgeflüster: Du bist ja kürzlich mit diesem Thema an die Öffentlichkeit gegangen. Das hätte auch ganz anderes ausgehen können. Adel Tawil: Absolut! Dieser Unfall passiert täglich und ich selbst hätte nie gedacht, dass ich mich mal in solch eine kritische Situationen bringen würde. Es war schlichtweg eine dumme und unbedachte Aktion von mir und ich möchte dringend allen raten niemals kopfüber ins unbekannte Wasser zu springen.
Im Krankenhaus traf ich einen 15jährigen, der durch einen ähnlichen Hergang komplett querschnittsgelähmt ist. Der lebt nun in einer Art Parallelwelt, da außenstehende so etwas gar nicht mitbekommen. Er hat sein Schicksal bewundernswert verarbeitet und baut sogar sein Umfeld immer wieder auf. Solche Menschen sind für mich die wahren Helden!

Elbgeflüster: Dann kannst Du ja glücklich nach vorne blicken – und Glückwunsch: Dein aktuelles Album „So schön anders“ ist sofort auf Platz 1 der Verkaufscharts gegangen. Adel Tawil: Ja, es freut mich ungemein, dass das Album so gut angekommen ist, denn das ist ja auch nach längerer Karriere kein Selbstläufer. Ich war im Vorfeld daher auch entsprechend gespannt.

Elbgeflüster: Der Name drückt bereits aus, dass dieses Album etwas Besonderes ist, vielleicht das persönlichste? Adel Tawil: Richtig! Durch die schwere Zeit und einer längeren Schreibblockade konnte ich mir reichlich Gedanken machen, was ich nun eigentlich machen möchte. Ich entschied mich für diese persönlichen Lieder, um die letzten drei Jahre musikalisch zu verarbeiten, denn neben dem Unfall gab es ja auch eine schmerzvolle Trennung von meiner Ehefrau. Ich gebe daher bewusst meinen Zuhörer einen Einblick in mein Innenleben. Die Inspirationen und neue Kraft habe ich nach meiner Trennung übrigens auf Hawaii bei einem guten Freund wiedergefunden.

Elbgeflüster: Wie fühlt sich das eigentlich an, wenn man private Erlebnisse einer großen Zuschauermenge live vorträgt. Adel Tawil: Ich bin da selber gespannt, wobei aber schon der Song „Stark“ bereits sehr persönlich war und ich da schon mit eine Klos im Hals auf der Bühne zu kämpfen hatte. Es gibt Lieder auf dem aktuellen Album, da durchlebe ich schwierige Phasen in abgeschwächter Version quasi nochmals. Ich erfülle damit das Klischee, dass Musik so eine Art Selbsttherapie ist. Allerdings empfinde ich mittlerweile die Trennung anders als damals, sodass die Texte eher ein emotionaler Rückblick sind. Dieses Album war aber auf alle Fälle eine tolle Erfahrung, zumal ich nicht so viel Druck spürte wie direkt nach der Ich + Ich-Zeit.

Elbgeflüster: Apropos Ich + Ich: Spielst Du auch Lieder aus dieser Zeit? Adel Tawil: Ja natürlich, denn das gehört zu meinem musikalischen Ich. Ich habe einige sehr schöne Lieder von Ich + Ich wiederentdeckt, die zu meiner jetzigen Situation passen. Die und natürlich auch die Klassiker gehören zum Repertoire.

Elbgeflüster: Steht denn noch ein Ich + Ich Comeback im Raum? Adel Tawil: Sag niemals nie, passt in diesem Falle wohl am besten. Man muss sich aber vor Augen führen, dass die Zusammenarbeit mit Annette Humpe immer mit einem deutlich höheren Aufwand verbunden ist, denn es entstanden nur fertige Songs, wenn man sich zu 100% einig war. Ich bin mir daher nicht sicher, ob Annette dazu noch die Kraft und Lust hätte. Ich bin ebenfalls aktuell mit meinem Solopfaden sehr glücklich.

Elbgeflüster: Findest Du es eigentlich gut, dass rückläufige Tonträgerverkäufe den Künstler zwingen mehr live zu spielen? Adel Tawil: Ich sehe das eher kritisch, denn es wird heute sogar noch mehr Geld verdient als früher, doch das wenigste kommt direkt beim Künstler an. Gerade bei Streaming-Diensten ist das der Fall und das ist problematisch! Sollte sich das nämlich nicht ändern verlieren große Plattenfirmen ihre Existenzberechtigung. Aber klar: live ist nicht kopierbar, denn jeder Auftritt ist immer einzigartig. Und genau deswegen mache ich auch Musik und versuche meine Zuschauer stets zu begeistern.

Elbgeflüster: Schenk uns zum Abschluss bitte eine Lebensweisheit. Adel Tawil: (singt) „Don´t worry about a thing because everything gonna be alright“. Diesen Bob Marley Song höre ich immer, wenn ich Lampenfieber habe und war gerade in der schweren Zeit stets ein guter Begleiter.

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Wir verlosen unter allen Teilnehmern 1x 2 Freikarten.

Mitmachen ist denkbar einfach: Schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Adel Tawil“ sowie Ihre Kontaktdaten an: gewinnspiel (at) elbgefluester.de oder senden Sie eine Postkarte mit dem Stichwort „Adel Tawil“ an Elbgeflüster, Goethestr. 81, 01587 Riesa. Bitte eine Telefonnummer nicht vergessen. Einsendeschluss: 20.07.17. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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