„Mich stört diese ständige „Genre-Polizei“.“

Alina Süggeler und Andi Weizel von Frida Gold gastieren mit ihrem brandneuen Album „Alina“ am 9. Dezember um 20.00 Uhr im Alter Schlachthof Dresden.


Elbgeflüster: Du singst überwiegend deutsch und deutsche Musik ist kommerziell so stark wie nie zuvor. Ist das auch ein Grund, warum Ihr viele ursprünglich englische Texte vom dritten Album „Alina“ noch ins Deutsche übersetzt habt? Alina Süggeler: Das war alleine ein persönlicher Grund. Wir haben gemerkt, dass wir mit englischen Texten unsere Fans nicht so erreichen können und uns daher entschieden das Album ins Deutsche zu übersetzen. Wir entsprachen somit dem Wunsch unseres Publikums und das ist uns sehr wichtig.

Elbgeflüster: Ist das aktuelle Album das persönlichste? Alina Süggeler: Ich tue mich mit dieser Aussage immer ein wenig schwer, denn die beiden Alben zuvor waren auch sehr persönlich. Bereits auf dem ersten Album habe ich viele persönliche Dinge, die ich erlebt habe verarbeitet. Aber das aktuelle Album zeigt auf jeden Fall Facetten, die ich zuvor nicht gezeigt habe und wirkt dadurch sicherlich persönlicher. Für das Texteschreiben habe ich drei Monate gebraucht, was für mich eine sehr spannende Erfahrung war.

Elbgeflüster: Beim Video zur aktuellen Single „Langsam“ bist Du komplett nackt zu sehen und es fließen auch Tränen – ist das eine Symbolik für die Aussage des Songs? Alina Süggeler: Auf jeden Fall! Es geht im Song darum das Gefühl zuzulassen „Ich fühle mich so wohl wie ich bin“ und das dem Umfeld auch zu zeigen. Auch das ist eine neue Facette von mir, die ich auf dem Album „Alina“ zeige, was ich persönlich sehr spannend finde, denn ich möchte den Mut, mich neu zu präsentierten, damit ausdrücken.

Elbgeflüster: Wie echt sind die Tränen im Video? Alina Süggeler: Die waren echt! Ich wäre auch eine zu schlechte Schauspielerin, um da etwas vorzuspielen. Wir haben uns für diesen Moment auch sehr viel Zeit gelassen, ihn quasi gesucht.

Elbgeflüster: Was war denn der Auslöser für die Tränen? Alina Süggeler: Das ist sehr privat… (überlegt). Es hängt mit meiner tiefen Verbundenheit zu meiner Familie zusammen und den nicht so schönen Momenten, die ich mit meinen Geschwistern geteilt habe. Ich habe auch daran gedacht, dass ich einige Dinge hätte gerne ungeschehen machen wollen.

Elbgeflüster: Wie war der Videodreh mit dieser Nacktheit? Alina Süggeler: Ich sehe Nacktheit einfach als unsere natürlichste Form an und fühle mich nackt auch wohl. Vor der Kamera ist das sicherlich etwas anderes, aber ich wollte für die Zuschauer echt und spürbar rüberkommen, denn das war meine Attitüde und der künstlerische Anspruch beim Video. Ich fand es aufregend, dass die Textilblockade quasi nicht mehr vorhanden war.

Elbgeflüster: Was hältst Du von dem ungemeinen Schlagerboom, der auch jüngere Zielgruppen erreicht? Alina Süggeler: Grundsätzlich geht es doch darum gute Musik zu machen, mich stört daher diese „Genre-Polizei“. Wenn jemand etwas Gutes abliefert und dazu steht, dann ist es doch letztendlich egal, was es ist.

Elbgeflüster: Du hast Dich ja auch einmal für den Eurovision Song Contest engagiert. Was ist Deine Erklärung für das zuletzt desaströse Abschneiden? Andi Weizel: Hui, kein gutes Thema (lacht). Wir haben den ESC dieses Jahr gar nicht verfolgt, da wir lange im Tonstudio waren und dann immer wie ein Einsiedler unterwegs sind – waren also nicht erreichbar (lacht).

Elbgeflüster: Bedarf es als einzige Frau in einer Band einer eingespielten Streitkultur? Andi Weizel: Egal, ob geschäftlich oder privat eine gute Streitkultur ist letztendlich immer wichtig. Eine gute Reibung ist sogar wichtig für den kreativen Prozess. Wir beide arbeiten bereits seit knapp acht Jahren eng zusammen und haben uns daher schon häufig mit unserer Streitkultur auseinandergesetzt (lacht). Mindestens so häufig lagen wir aber schon lachend auf dem Tonstudioboden. Alina Süggeler: Wir waren ja mal ein Paar und kennen uns daher sehr genau. Zwar fliegen manchmal die Fetzen, aber wir sind schnell wieder auf Kurs, da wir beide sehr stark auf die Musik fixiert sind. Das ist sicherlich eine große Besonderheit bei Frida Gold.

Elbgeflüster: Ihr seid also sehr diszipliniert? Alina Süggeler: Ja, denn für meine kreative Freiheit brauche ich klare Strukturen und ein harmonisches Umfeld, damit ich mich wohl fühle.

Elbgeflüster: Schenk uns zum Abschluss bitte eine Lebensweisheit. Alina Süggeler: Stillstand ist Rückschritt. Denn nur, wenn man immer in Bewegung bleibt, geht das Leben auch weiter, was auch ein Thema des aktuellen Albums „Alina“ ist.

+++ Gewinnspiel +++ Gewinnspiel +++ Gewinnspiel +++ Gewinnspiel +++ Gewinnspiel +++ 

Wir verlosen unter allen Teilnehmern 1x 2 Freikarten.

Mitmachen ist denkbar einfach: Schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Frida Gold“ sowie Ihre Kontaktdaten an: gewinnspiel (at) elbgefluester.de oder senden Sie eine Postkarte mit dem Stichwort „Frida Gold“ an Elbgeflüster, Goethestr. 81, 01587 Riesa. Bitte eine Telefonnummer nicht vergessen. Einsendeschluss: 05.12.16. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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