„Musik, Kunst & Literatur sind sehr identitätsstiftend!“

Das legendäre norwegische Trio a-ha gastiert im Rahmen ihrer Electric Summer-Tour am 24. August bei den Filmnächten am Elbufer. a-ha-Tastenmann und Songschreiber Magne Furuholmen spricht über das Band-Phänomen.


Elbgeflüster: Magne, wie fing bei Ihnen alles an? Magne Furuholmen: Mit der Blockflöte. Bei MTV-Unplugged habe ich sie nach 20 Jahren erstmals wieder gespielt. Dieses Projekt war ein Lehrstück, wie man alte Songs neu betrachten kann. In der Band gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wie sehr man sich verändern darf. Wir haben festgestellt, je mehr Einflüsse von außen auf uns einwirken, desto enger arbeiten wir drei zusammen. Wir fühlen uns heute wieder wie eine Einheit. Als Musiker will man immer besser werden, zum Beispiel, indem man den anderen auf der Bühne intensiv beim Spielen zuhört. Das ist viel schöner, als Songs am Rechner zusammenzubasteln.

Elbgeflüster: Können Sie Ihren wichtigsten Einfluss benennen? Magne Furuholmen: Mein insgesamt wichtigster musikalischer Einfluss? Schwer zu sagen. Die Doors, die Beatles und andere Sixties-Bands waren sehr wichtig für mich. Ich glaube, das hört man meinen Songs bis heute auch an. Die Klarheit und die Interaktion zwischen den vier Musikern der Doors hat mich immer schon fasziniert. Als wir mit a-ha anfingen, wollte ich klingen wie Ray Manzarek. Alles, was ich heute mache, kommt irgendwie von den Doors. Ich habe das Glück, dass meine Kinder einen ähnlichen Geschmack haben wie ich. Mein Jüngster ist z.B. ein großer Fan von Echo & The Bunnymen. Voriges Jahr sah ich zwei Shows von Radiohead. Sie waren faszinierend kompromisslos.

Elbgeflüster: Aus welchem Grund sind Sie Musiker geworden? Magne Furuholmen: Ich habe als Jugendlicher nicht gegen das Elternhaus rebelliert, denn mein Vater und mein Großvater waren auch schon Musiker. Mein Vater starb sehr früh und es gab keinen Druck, dass ich irgendetwas anderes machen solle als er. Also fing ich an zu spielen, zu malen, zu schreiben. Wenn du zwölf Jahre alt und auf der Suche nach deiner eigenen Identität bist, ist es ganz normal, dass du dich an coolen Leuten orientierst. Alles andere lehnst du ab. Musik, Kunst und Literatur sind sehr identitätsstiftend. Ich mache noch immer dasselbe, was ich schon als Jugendlicher getan habe. Voriges Jahr hatte ich sechs Ausstellungen in Norwegen. Wir haben das MTV-Unplugged-Projekt gemacht und ich habe einen Gedichtband veröffentlicht. Es ist ein enormes Privileg, das tun zu können, was man liebt. Es ist aber nicht leicht.

Elbgeflüster: Beeinflusst die gegenwärtige Weltenlage Ihre Arbeit? Magne Furuholmen: Ja, das tut sie definitiv. Ich habe für unser Unplugged-Album den Song „This Is Our Home“ geschrieben. Er hat nichts damit zu tun, dass wir aus Norwegen sind. Sondern er ist eine Reaktion auf den politischen Aufruhr, den die Migrationsbewegung verursacht hat. Manche Leute sagen, die Flüchtlinge sollten lieber zuhause bleiben und nicht in „ihr“ Land kommen. Mein Song beleuchtet das Thema etwas diffenzierter und nimmt eine größere Perspektive ein. Es ist nicht fair, dass einige Menschen vom Wohlstand ausgeschlossen werden, indem sich die reichen Länder abschotten. Die Welt funktioniert wie ein sehr komplexer Organismus. Wenn man sich die Erde einmal von oben anschaut, dann wird einem bewusst, dass sie unser aller Zuhause ist. Leider beobachte ich voller Sorge, wie die Wir-und-ihr-Mentalität sich in der Gesellschaft immer mehr ausbreitet.

Elbgeflüster: Sind Sie einst angetreten mit der Vision, die Welt mit Ihrer Musik zu einem besseren Ort zu machen? Magne Furuholmen: Das bin ich tatsächlich. Und seitdem ist unheimlich viel Scheiße passiert. Ich frage mich manchmal, in was für eine Welt ich meine Kinder gesetzt habe. Meine Eltern dachten übrigens das gleiche. Ich hoffe immer noch, dass die Welt zu einem besseren Ort wird. Ich vertraue in die junge Generation. Natürlich ist sie egoistisch, aber langfristig wird sie etwas verändern. Die Klimaproblematik dürfte heute jedem bewusst sein. Wenn man sich die Schlagzeilen anschaut, dann geht die Welt den Bach runter. Aber ich sehe durchaus Licht am Ende des Tunnels, ich bin Optimist. Die meisten Songs von a-ha sind aber aus einer Schwermut heraus entstanden (lacht). Menschen erzählen uns immer wieder, wie ihnen unsere Musik in einer Lebenskrise geholfen hat. Es ist wunderschön, wenn du das Gefühl hast, dass deine Arbeit jemandem etwas bedeutet.

Karten gibt es unter www.eventim.de sowie an allen autorisierten Vorverkaufsstellen.

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Wir verlosen unter allen Teilnehmern 1x 2 Freikarten.

Mitmachen ist denkbar einfach: Schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff „a-ha“ sowie Ihre Kontaktdaten an: gewinnspiel (at) elbgefluester.de oder senden Sie eine Postkarte mit dem Stichwort „a-ha“ an Elbgeflüster, Goethestr. 81, 01587 Riesa. Bitte eine Telefonnummer nicht vergessen. Einsendeschluss: 15.08.18 Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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