Wenn’s dem Esel zu gut geht, geht er bekanntlich aufs Eis!

Am 31. August startet Dieter Bohlen in Berlin mit seiner gigantischen Comeback-Tour.


Elbgeflüster: Nach 16 Jahren Konzertpause und ohne Ihren früheren Gesangspartner Thomas Anders wagen Sie sich noch einmal auf die Bühne. War das eine spontane Entscheidung?
Dieter Bohlen: Sehr, sehr spontan, denn eigentlich hatte ich mit dem Thema Konzerte lange abgeschlossen. Ja, im Ausland, so als Abenteuer, immer gerne, aber in Deutschland, wo man es ja niemals allen Recht machen kann, war in meinem Kopf „nö, brauch ich nicht“. Der Druck meiner Fans über Instagram war dann aber so massiv, dass ich mich entschieden habe, ein Konzert zu geben. Da passierte das Wunder: Nach 48 Stunden waren alle Tickets weg und die Fans rebellierten: Dieter, Du hast uns allen ein Ticket versprochen! Ich halte meine Versprechen und hab dann über Nacht mit der DEAG eine gewaltige Tour durch Berlin, Hamburg, Dortmund, München, Mannheim, Leipzig, Zürich und Wien beschlossen. Wenn‘s dem Esel zu gut geht, geht er bekanntlich aufs Eis.

Elbgeflüster: Konzerte zu geben hat ja etwas Rauschhaftes. Wie sehr hat Ihnen dieses Gefühl gefehlt?
Dieter Bohlen: Mein ganzes Leben ist wie in einem Rausch. Ich hätte niemals gedacht, dass man 35 Jahre kontinuierlich Erfolg hat und dass der immer, immer größer wird. Eine Hellseherin hatte mir das mal vor 30 Jahren vorhergesagt. Ich dachte, die spinnt, sie hatte aber recht.

Elbgeflüster: 2014 lehnten Sie ein Angebot von 20 Millionen Euro für ein erneutes Modern-Talking-Comeback ab. Unter welchen Bedingungen würden Sie es tun?
Dieter Bohlen: Unter keinen. Ich will einfach keinen Stress mehr und Spaß auf der Bühne mit meinen Fans und Followern haben. Ich will mit ihnen meine 35 Jahre Erfolg feiern und ihnen erzählen, was da so alles passiert ist. Es hat sich alles total verändert, und der neueste Erfolg ist mein Instagram-Account mit weit über 1,2 Millionen Followern.

Elbgeflüster: Sie arbeiten an einem neuen Soloalbum. Haben Sie nach 30 Jahren und dutzenden Hits die perfekte Technik gefunden, Songs zu schreiben?
Dieter Bohlen: Nein, ich bin einfach sehr kreativ. Was auch immer ich mache, ich habe sofort Einfälle und bin oft schneller als andere. Wenn ich an einem Dreh-Set bin, für was auch immer, fallen mir in Sekunden bessere Alternativen ein als das, was die Schreiber vorbereitet haben. Das ist lustig.

Elbgeflüster: Ist der Gesang eines Songs das Wichtigste überhaupt?
Dieter Bohlen: Ja, das stimmt zum Teil. Es gibt ja zwei Ansätze: the song makes the singer oder umgekehrt. Wenn ich singe, macht der Sänger nicht den Hit (lacht).

Elbgeflüster: Sie sind dieses Jahr 65 geworden. Wie alt fühlen Sie sich in einem Business, das immer jüngere Stars generiert?
Dieter Bohlen: Sehr sehr jung, mir macht es Spaß mit jungen Menschen zu arbeiten, ich kann von ihnen lernen und sie von mir. Die absolute Win-win-Situation!

Elbgeflüster: Was ist Ihnen persönlich wichtig in Ihrem Business?
Dieter Bohlen: Fairness. Überraschungen. Diese Euphorie. Das Gefühl. Die Abwechslung.

Foto: Stephan Pick

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