„Die Arbeit mit einer Big Band ist wie ein großer Kindergarten!“

Tom Gaebel kommt mit seinem Orchester und neuem Programm „Licence To Swing“ am 12. November um 16.00 Uhr nach Dresden in das Erlwein Capitol.


Elbgeflüster: Ist Swing die neue klassische Musik? Tom Gaebel: Durchaus, denn dieser Musikstil ist schon so lange beliebt, dass Swing ein Klassiker ist. Eine Modeerscheinung ist Swing jedenfalls nicht mehr, denn jede Generation entdeckt diese Musik für sich immer wieder neu.

Elbgeflüster: Prominente Musiker, wie Robbie Williams sind von dieser Musik verzaubert. Was macht denn die Faszination von Swing aus – vielleicht auch die zeitlose Eleganz? Tom Gaebel: Die Faszination ist vor allem die hohe Qualität dieser Musik, denn wenn etwas swingt, dann entsteht etwas Magisches, da der Sound sofort beim Publikum für gute Laune sorgt. Es ist einfach diese Leichtigkeit, die Eleganz, aber auch der nostalgische Charme. Ich sehe immer wieder, dass sich viele Zuschauer bei Swing-Konzerten besonders elegant anziehen – das ist zwar kein Muss, passt aber einfach perfekt zur Musik.

Elbgeflüster: Bei „Licence To Swing“ werden Filmklassiker in Swing-Arrangements präsentiert. Wie kamen Sie auf diese Idee? Tom Gaebel: Ich habe schon vor Jahren mit anderen über diese Idee gesprochen, Filmklassiker mit einer Big Band einzuspielen, denn dadurch entsteht ein ganz neuer Charakter. Als die Zeit dafür da war, spielten wir unter anderem James Bond Titelsongs ein und bemerkten schnell, wie viel Spaßt das macht. Wir haben zudem festgestellt, dass es die Zuhörer ungemein erfreut, wenn sie aus Filmen bekannte Stücke mal live hören können. Mit einer Big Band und dem ganzen Swing-Charme ist das ein besonderes Erlebnis.

Elbgeflüster: Wie dürfen wir uns denn die Zusammenarbeit mit einem Orchester/Big Band vorstellen? Tom Gaebel: Es ist manchmal wie ein großer Kindergarten, denn es ist nicht einfach, alle Leute unter einen Hut zu bekommen. Wir verstehen uns aber alle gut, sodass der Spaßfaktor groß ist. Im Gegensatz dazu gibt es ja viele Bands, die sich irgendwann gegenseitig auf den Geist gehen, teilweise sogar hassen. Bei einer Big Band gibt es aber so viele Personen, dass man sich seine Kreise aussuchen kann, sodass keine grundsätzlichen Reibereien entstehen. Allerdings muss es bei einem Orchester klare Ansagen geben, damit das Zusammenspiel auch funktioniert.

Elbgeflüster: Wenn man sich Ihre Vita anschaut, gab es offensichtlich nie einen Plan B zur musikalischen Karriere. Das scheint in der Familie zu liegen? Tom Gaebel: Ja richtig, ich habe aber auch das Glück gehabt, dass ich da quasi schnell reingeschlittert bin. Ich habe ja zunächst Posaune und Schlagzeug studiert, da es für mich die logische Konsequenz war. Einen richtigen Masterplan hatte ich aber zunächst nicht.

Elbgeflüster: Stimmt eigentlich die Legende, dass Ihr Gesangstalent quasi unter der Dusche entdeckt wurde?
Tom Gaebel: Ja, das stimmt! Ich habe damals in Amsterdam studiert und lebte in einer WG mit sehr dünnen Wänden. Ich habe unter der Dusche immer gerne Frank Sinatra Klassiker laut geschmettert, sodass es jeder mitbekam. Ein Posaunen-Student sprach mich dann darauf an und meinte, dass man daraus etwas machen könnte. Er spielt übrigens auch in meiner Band, sodass sich das auch für ihn gelohnt hat (lacht).

Elbgeflüster: Sie waren schon des Öfteren auch als Schauspieler tätig. Gibt es in diesem Bereich neue Pläne? Tom Gaebel: Ja, aber das waren ja nur kleinere Projekte. Das hat mir zwar Spaß gemacht, aber ich denke, dass mein Talent für größere Projekte nicht ausreichend wäre. Ich habe zwar schon im Schultheater gespielt, doch ich stellte schon früh fest, dass ich mich nicht so gerne sehe und höre, wenn ich auf der Bühne schauspielere. Ich habe mich daher auch zurückgezogen.

Elbgeflüster: Könnten Sie sich auch vorstellen eher Swing-fremde Genres, wie beispielsweise EuroDance oder Rock, ein neues musikalisches Korsett zu verpassen? Tom Gaebel: Da bin ich ein bisschen zwiegespalten. Ich habe zwar einerseits durchaus Spaß so etwas zu hören, doch manchmal passt ein Crossover einfach nicht, sodass ich denke, dass das Original doch irgendwie cooler ist. Also EuroDance-Klassiker oder DJ Bobo werde ich jedenfalls nie singen (lacht). Aber ich bin beim Orchester durchaus experimentierfreudig, wenn es um moderne Songs geht.

Elbgeflüster: Schenk Sie uns zum Abschluss bitte eine Lebensweisheit. Tom Gaebel: Leben und leben lassen.

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Mitmachen ist denkbar einfach: Schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Tom Gaebel“ sowie Ihre Kontaktdaten an: gewinnspiel (at) elbgefluester.de oder senden Sie eine Postkarte mit dem Stichwort „Tom Gaebel“ an Elbgeflüster, Goethestr. 81, 01587 Riesa. Bitte eine Telefonnummer nicht vergessen. Einsendeschluss: 07.11.17. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Foto: Christoph Kassette

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