Verkehrssicherheit: Gesunder Schlaf und flexible Arbeitszeiten können helfen.

Elf Millionen Deutsche verbringen täglich mindestens eine Stunde auf dem Arbeitsweg und etwa zwei Drittel von ihnen sind mit dem Auto unterwegs, das ergab eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung im Jahr 2016. Viele Pendelnde müssen sich mindestens hin und wieder anstrengen, um während der Fahrt hinter dem Steuer wach zu bleiben. Dies fand im vergangenen Jahr eine YouGov-Umfrage unter mehr als 850 Pendelnden im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) im Rahmen der Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf!“ heraus.
Diesen Umfrageergebnissen zufolge gaben 21 Prozent der Befragten an, sich eher auf dem Heimweg statt auf dem Weg zur Arbeit müde und erschöpft zu fühlen. In beiden Fällen ist jedoch volle Konzentration gefragt. „Wer täglich die gleiche Strecke fährt, insbesondere während größerer Leistungstiefs wie am späten Nachmittag, neigt eher zur Ermüdung hinter dem Steuer und hat damit ein erhöhtes Unfallrisiko“, warnt DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer.

Relevanz des Schlaftyps Um Müdigkeit am Steuer vorzubeugen, sollten Pendelnde auf ihre Schlafhygiene achten und unter anderem für einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus und eine angenehme Schlafzimmeratmosphäre sorgen. Wer das Einschlafrisiko hinter dem Steuer verringern möchte, sollte zudem das ureigene Schlafbedürfnis und damit seinen eigenen Schlaftyp berücksichtigen. „Lerchen“ sind morgens schneller fit, werden aber gegen Abend früher müde und sollten auf dem Heimweg besonders vorsichtig sein – und vor Fahrtbeginn lieber noch etwas frische Luft schnappen. Die „Eulen“ kommen morgens schwerer aus dem Bett und sollten vor Fahrtantritt ausreichend Zeit zum Wachwerden einplanen. Sinnvoll für beide Schlaftypen können Fahrgemeinschaften sein, bei denen sich Pendelnde mit dem Fahren abwechseln.

Unterstützung durch Arbeitgeber Pendelnde sollten sich also ihres Risikos bewusst sein und für einen gesunden Schlaf sorgen. Er trägt zur Regeneration bei und fördert die Konzentration und Sicherheit während der Fahrt. Arbeitgeber sollten den Erholungsbedürfnissen der Angestellten möglichst entgegenkommen: durch flexible Arbeitszeiten, die Option des Arbeitens von zu Hause oder die Möglichkeit, sich bei aufkommender Müdigkeit am Arbeitsplatz auszuruhen. Wer dennoch auf dem Arbeitsweg müde wird, sollte auch auf kürzeren Strecken keine Hemmungen haben, eine Pause einzulegen und sie mit einem Kurzschlaf von zehn bis 20 Minuten oder Bewegung an der frischen Luft zu verbinden. Koffeinhaltige Getränke, laute Musik oder ein geöffnetes Fenster helfen entgegen der verbreiteten Meinung nicht gegen aufkommende Müdigkeit am Steuer. „Denn ein müder Körper holt sich, was er braucht“, so Hammer.

Fotos: djd/Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR)/Heinrich Voelkel

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