Gericht: Ein nüchterner Fahrer hätte den Unfall nicht verursacht

Nürnberg (D-AH/js) – Rammt eine alkoholisierte Fahrerin einen Falschparker, so trifft ausschließlich die Betrunkene die volle Schuld. So entschied das Amtsgericht Köln. (Az. 272 C 20/14).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, hatte ein Mann sein Auto im absoluten Halteverbot auf einem Fahrradweg geparkt. Kurz vor Mitternacht rammte eine stark alkoholisierte Frau das geparkte Fahrzeug mit ihrem geliehenen Wagen.

Der Besitzer desselben verlangte daraufhin Schadensersatz vom Falschparker. Er war der Meinung, die Fahrerin seines Autos habe aufgrund des Parkverbotes an dieser Stelle kein Hindernis erwartet. Der Falschparker weigerte sich zu zahlen, denn für ihn war der Promillewert der zweifellos alkoholisierten Fahrerin der Grund für den Unfall.

Das Amtsgericht Köln entschied, dass den Falschparker in dieser Situation keinerlei Schuld trifft. Zwar sei Parken im Halteverbot ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, doch hier sei der Alkoholpegel der Fahrerin die Unfallursache. „Die Frau war absolut fahruntauglich und hätte das Fahrzeug gar nicht erst in Betrieb nehmen dürfen“, weiß Rechtsanwalt Frank Böckhaus (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute). Denn ein nüchterner Fahrer hätte die Situation problemlos ohne Unfall meistern können, bekräftigt das Gericht seine Entscheidung.

(12.02.2015)

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