Gericht: Prüfung des Mobiliars unzumutbar

Nürnberg (D-AH/js) – Ein Reiseveranstalter muss nicht jedes Möbelstück im Hotel auf mögliche Mängel untersuchen. So entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf und wies die Klage eines Reisenden zurück (Az. I-21 U 67/14).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, buchte ein Mann seinen Urlaub inklusive Hotelaufenthalt über einen Reiseveranstalter. Im Hotel am Urlaubsort verletzte er sich dann an einem Liegestuhl, indem er sich im verstellbaren Kopfteil der Liege den Finger einklemmte. Er verklagte daraufhin den Reiseveranstalter. Dieser hatte seiner Meinung nach die Obhuts- und Fürsorgepflicht ihm gegenüber verletzt. Er müsse solche Gefahren für die Urlauber durch regelmäßige Kontrollen im Hotel ausschließen.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf wies die Klage des Reisenden zurück. Zwar müsse der Reiseveranstalter für Sicherheit am Zielort sorgen. „Das betrifft aber lediglich den allgemeinen baulichen Zustand der Einrichtung, wie Treppen, Aufzüge oder Balkongeländer, die bei einem Defekt ein großes Sicherheitsrisiko darstellen“, erklärt Rechtsanwalt Thomas Lork (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute) die Entscheidung des Oberlandesgerichtes.

Urlauber können vom Veranstalter jedoch nicht verlangen, bei jedem einzelnen Möbelstück nach potenzielle Risiken und Mängeln zu suchen. Im vorliegenden Fall hätte jeder Liegestuhl in jeder möglichen Position getestet werden müssen, um den Defekt zu erkennen. Das wäre für den Reiseveranstalter nicht zumutbar gewesen.

(23.04.2015)

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